Eine alte Freundschaft geht vorüber

Plötzlich steht sie vor mir – ganz unvermutet,
vor dem Biosupermarkt in Oldenburg. Was für ein Zufall!

Mein Magen zieht sich zu zusammen. Der Schreck.
Ich lächle sie an und wir nehmen uns kurz in den Arm.

Bevor ich etwas sagen kann, sprudelt aus ihr heraus,
sie hat gar keine Zeit, noch nicht einmal für einen Kaffee,                      sie war nur kurz hier für einen Termin. Sie muss schnell                    zurück nach Emden… Termine Termine

Unangenehm – nach Außen, denn wir beide wissen –                              was wir nicht aussprechen. Ich versuche, wann immer                              ich nach Emden fahre, mich mit ihr zu treffen.

Meine Termine so zu legen, dass wir uns sehen können.                    Das hat seit langen nicht geklappt. Sie hatte nie Zeit. 

Unangenehm – nach Innen. Ich reagiere wie gewohnt.                              Es tut mir weh, mein Herz.

Ich sehe, wie sie zu ihrem Wagen geht und losfährt –
an mir vorbei. Ich drehe mich um und gehe weiter.

Ich habe sie beobachtet, als wäre sie eine Schauspielerin                    und ich eine Zuschauerin. Aber ich bin aus unserem gemeinsamen Film ausgestiegen.

Sie hat mich nicht angerufen.
Mein Körper hat auf den Schreck reagiert wie gewohnt.
Wehmut. Aber ich gehe weiter und denke an die Work,                            die ich vor wenigen Tagen gemacht habe.

Eine von vielen, über sie:
„Ich will, dass M. mich anruft!“
„Ich brauche, von M. , dass sie mir ihre Freundschaft zeigt.“                

Seit 30 Jahren geht das so. Ich weiß, dass hört sich lächerlich an. Während ich weiter gehe, bringt es mich zum schmunzeln,            wie gut die Umkehrungen funktionieren:

„Ich will nicht, dass M. mich anruft.“
Einfach, weil ich ihr nicht wichtig bin. Und das ist gut so.
Klare kommunikation.

„Ich brauche nicht, von M. , dass sie mir ihre Freundschaft zeigt.“
Sie kann so sein, wie sie es empfindet. Alles andere wäre ein Schauspiel.

„Ich brauche von mir, dass ich mir meine Freundschaft zeige!“

Ich gehe in den Buchladen neben dem Biomarkt und stöbere,            kaufe ein paar Bücher und Postkarten, führe eine angeregte Unterhaltung mit der Buchhändlerin und gehe.

Ich gehe weiter, ich habe eine Verabredung mit mir und diesem        Tag. In meinem Garten, mit Blumen und Büchern und einer Hollywoodschaukel.

– Wie gut, dass ich keine anderen Verabredungen habe.
Eine neue Freundschaft kommt auf mich zu.

Text und Foto. Nicole Schriever

Am Meer

Meine Liebe komm
setze dich zu mir
lass uns gemeinsam
auf das Meer schauen

dem Klang
der Wellen lauschen

Am Meer fliesst meine Trauer
mit den Wellen davon
meine Verzweiflung
und mein Verlorensein

werden von den Wellen
davontragen

Hier ist die Flut
ein Geschenk der Natur
Wenn die Wellen zurückkehren
meine Knöchel sanft umspielen

und flüstern
du bist willkommen

Doch im täglichen Leben
fühle ich mich so oft überflutet
von dem Müssen
dem Arbeiten, etwas leisten

ein produktiver Teil
der Gesellschaft sein

Komm setzt dich zu mir
und lausche dem Wind und den Wellen
Nichts muss getan werden
einfach sein Ruhe und Frieden

keine Gedanken
nur sein

Was ist der Auftrag
welchen wir mit in dieses Leben
genommen haben?
Uns zu beweisen
vor anderen erfolgreich zu sein?

Besser, schneller, reicher
wertvoller? Meine Liebe komm
setze dich zu mir ans Meer
bohre deine Zehen
in die kühle Feuchtigkeit des Sandes

Hier gibt es nur die Natur
und uns

Meine Liebe
ich sehe dich an
und finde dich wunderschön
für einen Augenblick kann ich sehen

wie vollkommen und schön wir sind
hier am Meer

Nimm dir eine handvoll Sand
nimm dir eine Muschel
Lege sie dir
auf deinen Schreibtisch

und verbinde dich
mit der Ewigkeit

Wird am Ende unserer Tage
die Frage sein
Wieviel hast du gearbeitet
wieviel hast du geleistet?

Oder vielleicht
wird die Frage kommen
Wie oft hast du in deinem Leben
die Ewigkeit gespürt

mit den Füßen im Wasser
lauschend auf den Wind?

Komm zu mir meine Liebe
setze dich und spüre
das unendliche Sein
die unendliche Größe in dir

In deinem inneren Fluss
deinem inneren Meer
deinen inneren Bergen
deinen inneren Wäldern
lausche auf die Natur

meine Liebe

und du wirst Antworten
auf deine Fragen bekommen

Den Mutigen gehört die Welt

Ich gebe es ganz offen zu,
ich liebe diese Art von Frauenzeitschriften.
Nein, nun nicht gerade Bella, Tina
oder das Goldene Blatt
Aber – die HAPPINEZ – zum Beispiel.
Heute Morgen habe ich sie entdeckt,
die neue Ausgabe,
und mich gefreut.
Ich nehme das Heft in die Hand,
Schlagzeile:
Starkes Selbst
Was es kostet, seine Träume wahr werden zu lassen?
Mut – einfach Mut!
Eine Welle von Traurigkeit und Wut überflutet mich.
Jaja, den Mutigen gehört die Welt.
Das ist wohl so, dass erlebe ich schließlich jeden Tag.
Und ich stehe im Hintergrund und sehe zu.
Denn ich gehöre nicht zu den Mutigen.
Träume habe ich trotzdem.
Starkes Selbst steht da in großen lila Buchstaben.
Da habe ich wohl verloren, oder?
Ich denke an die Frau die ich gestern begleitet habe,
die sich nicht traut alleine das Haus zu verlassen.
An ihre Angst.
Ich denke an die zwei Tage an denen ich nur
geschlafen habe.
Nach Wochen der Angst – vollkommen erschöpft.
Ich denke an die Menschen, denen ich jeden Tag begegne.
In ihren schwächsten und traurigsten Momenten,
in denen ich ihnen zur Seite stehe.
Was ist mit den Schwachen den Mutlosen in dieser Welt?
Sind sie es nicht, worauf sich unser Blick richten sollte?
Ich sitze Zuhause ,
und werde von zwei Gefühlen überflutet.
Angst und Neid.
Neid auf diejenigen, die meine Träume leben –
Seminare geben, Texte veröffentlichen, Vorträge halten,
Kunst erschaffen, Menschen bewegen und inspirieren.
Ich will auch!
Den Mutigen gehört die Welt!
Also arbeite ich an mir
und sehe die, die ich beneide als meine Vorbilder.
Starkes Selbst!
So steht es auf dem Titelbild
Ich überlege, ist es das?
Möchte ich auf der Bühne stehen?
Mutig sein?
Soll mir die Welt gehören?
Ich habe ja gelernt,
mit der Zeit.
Also springe ich manches Mal,
über meinen Schatten der Angst!
Bezwinge sie,
um mich lebendig zu fühlen.
Aber –
wenn dann die Mutigen,
die mit dem starken Selbst,
die Bühne betreten –
springe ich zurück in den Schatten.
Macht ihr mal.
Und doch ist dabei ein flaues Gefühl in meiner Magengegend.
Den Mutigen gehört die Welt…
Wenn ich mir die Welt so ansehe..
dann frage ich mich,
ob die Welt mit diesen Besitzansprüchen so zufrieden ist?
Was die Mutigen so aus ihrem Besitz gemacht haben.
Da kann ich nur fragen:
Den Mutigen gehört die Welt, ist das wahr?
Und den Spruch auf der Happinez,
Was kostet es Träume wahr werden zu lassen?
Mut nur Mut!
Das kann ich dann als Werbebanner stehen lassen.
Nun sitze ich hier mit meiner Frauenzeitschrift
und denke darüber nach:
Was bedeutet es mutig zu sein?
Und was ist die Umkehrung?
Änstlich? Feige?
Mir kommt ein anderes Wort in den Sinn:
Tapferkeit
Da fühle ich mein Herz!
Dieses Trotzdem!
Trotz allem,
was mir Angst macht.
Aufstehen – mich zeigen.
Tapferkeit
auch wenn die Mutigen mich überrennen
Mit ihrem „Hier bin ich“
das soviel lauter ist als meins.
Aufstehen – Trotz allem
Wie Mutig ist es,
sich jeden Tag wieder aufzurichten,
wenn jede Bewegung schwer fällt.
Wie Tapfer ist es,
immer weiter auf der Suche nach Heilung zu sein,
wenn die Seele – auch nach so langer Zeit –
immer noch Trauer trägt.
Den Mutigen gehört die Welt!
iEs ist nur eine Schlagzeile!
Die Welt gehört keinem von uns.
Und dennoch haben wir es fast geschafft sie zu erstören.
Also braucht es wohl unsere Tapferkeit.
Die der kleinen Schritte,
des Zuhörens und Umarmens
des Tröstens und Heilens
Wir Mutigen, Tapferen, Schwachen, Ängstlichen, Starken –
Wir gehören der Welt!
So gehe ich still
(und die mich kennen kichern an dieser Stelle)
weiter meinen Weg.
Mutig?
Tapfer?
Ängstlich?
Stark?
Es gibt solche und solche Tage.
Aber, was kostet es denn nun,
meine Träume wahr werden zu lassen?
Aufwachen!
Klar werden
Und unseren Träumen zu vertrauen!
Denn, diejenigen, die ihren Träumen vertrauen,
das sind die Mutigen in dieser Welt.

Text und Collage: Nicole Schriever

Ich, mein Selbst mit mir und meinem Körper

eine durchaus komplizierte Beziehung                                                       Ich kenne nicht den Moment, an dem mir mein Körper fremd wurde. Ich weiß nicht, wann mein Körper mein Feind geworden ist.                Seit wann ich mich nicht mehr mit ihm verbunden gefühlt habe.          Ich habe gedacht, the work kann mir nicht helfen – weil ich keine Erinnerungen mehr daran habe, was geschehen ist.                             Was für ein Irrtum, auf verschiedenen Ebenen.                                       Ich muss nicht in der Dunkelheit graben, sondern kann meine Gedanken im hier und jetzt überprüfen.                                                   Und gleichzeitig tauchen verschüttete Erinnerungen auf, die mich nicht mehr in einem schmerzhaften Strudel gefangen nehmen.    

Ich, mit mir, meinem Selbst und meinem Körper am Strand                  Ich stehe in Dänemark an einem leeren Strand.                                      Von den Haarsspitzen bis zu den Zehen zufrieden.                                 ich halte mein Gesicht in die Sonne. Der Wind zerzaust mein Haar, meine Füße graben sich in den nassen Sand und die kalten Wellen umspielen meine Knöchel.                                                                Genußvoll helfe ich mit kleinen Bewegungen nach und sinke tiefer ein. Ganz im Hier und Jetzt – ganz bei mir.                                                        Ein perfekter Moment.                                                                                

Eine Frau läuft an mir vorbei. Ich nehme nur ihre nackten Füße wahr. Ich sehe ihre zierlichen Spuren im Sand.                                                Mein Blick folgt ihr. Wenn ich so schmale, schöne Füße hätte, wäre ich glücklich..                                                                                                      Eine Welle von Neid durchflutet meinen Körper.                                   Dicht gefolgt von Scham.                                                                            Ich blicke hinunter auf meine Füße,                                                            vor einer Sekunde bereiteten sie mir große Freude,                                    jetzt sehe ich nur noch wie dick und breit und unförmig –                    plump, sie sind.                                                                                            Eine Welle von Schmerz bricht über mich herein.                                    Ich kann kaum noch atmen.     

Ich befreie meine Füße und laufe weiter am Strand entlang, sehe den Horizont, die Wolken, das Wasser… und komme zurück zu mir.         Zum Glück glaube ich nicht mehr alles was ich denke. 

Ich, mit mir, meinem Selbst und meinen Geschichten                             Ich gehe am Strand entlang und bin neugierig.                                  Woher kommt der Gedanke, schlanke Füße würden mich glücklich machen?                                                                                                         Still laufe ich über den Sand und lausche und ich bekomme zunächst eine Erinnerung geschenkt.                                                                          Ich bin im Kindergartenalter und ich möchte unbedingt rote Lackballerinas,                                                                                             Weil – alle Mädchen im Kindergarten haben diese roten Schuhe        und ich finde sie wunderschön.                                                                  Und ich möchte auch schön sein.                                                                 Es gab in Emden nur einen Schuhladen.                                                  Und sie hatten roten Lackballerinas.                                                          Aber kein Paar passte mir.                                                                          Meine Füße wurden ausgemessen und festgellt, ich habe einen breiten Senkfuß.     

Ich habe neue Schuhe bekommen, feste rote Schuhe zu schnüren, in denen ich Einlagen tragen musste. Ich habe bitterlich geweint und die neuen Schuhe gehasst. Niemand hat mich getröstet. Bis heute nicht… 

Meine Kindheit war eh schon schwer (Glaubenssatz), musste ich da auch noch hässliche Füße haben? Ich mit mir, meinem Selbst und meinen Füßen. 

Ich gehe am Strand entlang und empfinde soviel Liebe für das kleine Mädchen in mir. Wenn ich wieder in Deutschland bin, werde ich ein wunderbares schönes Paar Schuhe für sie kaufen, Naja, vielleicht nicht in rot….. 

Auf dem Fahrrad fahre ich durch die Dünen zurück zu unserem Ferienhaus. Wie Dankbar bin ich für die Erinnerung, die ich mir selbst geschenkt habe. Still trete ich die Pedale und genieße es unterwegs zu sein und mich zu bewegen. Ohne das ich gesucht habe kommt noch eine Zweite Erinnerung aus dem Verborgenen auf. 

Ich gehe in die Grundschule und wir haben die Hausaufgabe, einen Fußabdruck von uns zu machen und am nächsten Tag mit zur Schule mitzubringen. Die Hölle, neben all den anderen schmalen Fußabdrücken meiner. Senkspreizfuß. Deutlich zu sehen, ich bin anders als die anderen. 

Ich mit mir, meinem Selbst und meiner Tochter. Ende September heirate ich meine Frau Meine Tochter ist bei mir zu Besuch und sagt: Du brauchst ein wunderschönes Kleid.                                                   Mein Magen zieht sich zusammen. Ich war letzte Wochen in einem Brautmoden Geschäft und ich wurde wirklich schlecht bedient. Nein lieber gehe ich in Jeans als mich noch mal als „die Fette findet eh kein Kleid“ behandeln zu lassen. 

Meine Tochter ist auch nicht schlank, aber sie sieht immer toll aus. Ich beneide sie sehr darum. Ich erinnere mich, daran, wie sehr ich sie geliebt habe, wie ich sie unterstützt habe, eine starke Frau zu werden, wie ich für sie da war. Eine Welle der Liebe durchflutet mich. Aber nicht jetzt! 

Sie geht vor mir, in die Abteilung mit den langen wunderschönen Kleidern. Ich fühle mich wie beim Zahnarzt. Eine sehr dünne Verkäuferin beobachtet uns genau, bietet aber nicht Ihre Hilfe an. Ich will weglaufen aber Miriam schaute sich die unterschiedlichen Kleider an und sucht nach den richtigen Größen. „Die haben hier sowieso nix in meiner Größe!“ Miriam ignoriert mich und sucht weiter nach den Kleidern. Schließlich hat sie zwei gefunden die ich irgendwie schön finde und schiebt mich in die Umkleidekabine. 

Hitzewallungen, Panikattacke. Das erste Kleid ist nachtblau und sehr schön. „ Komm mal raus“ „ Nein nein, das passt schon.“ „ Nun komm doch mal raus“ Sie zieht mich auf dieses kleine Podest vor dem Spiegel. 

Natürlich probiert vor mir eine kleine zierliche Frau ein atemberaubend schönes Abendkleid an.. Ich möchte im Erdboden versinken, als ich die Blicke der anderen Leute sehe. Und dann schaue ich in den Spiegel. Ich bin immer noch dick. Aber das Kleid ist sehr schön und die Farbe steht mir gut. Und nichts müsste geändert werden. Etwas mutiger probiere ich noch das zweite Kleid an. Ich merke gleich, dass es noch besser sitzt, ich gehe freiwillig vor den Spiegel Und finde es einfach wunderschön. 

Meine Tochter steht neben mir und sagt. Hattest du nicht vor ein paar Wochen gesagt. Am schönsten fände ich ein Kleid in Petrol? Ich sehe in den Spiegel, sehe das Kleid in einem wunderschönen Petrol Ton. Wie ich es mir gewünscht hatte. In einem Spezialgeschäft habe ich mir sehr schöne Pumps gekauft. Für breite Füße. Sehr schön. Und bequem. Ich mit mir , meinem Selbst und meiner Selbstliebe… 

 

Text und Foto: Nicole Schriever

Kindergarten

Schweigewoche -
oder mit meinem inneren Kindergarten

 Ich liege auf dem Fußboden und heule in ein Kissen „Ich will diesen fetten Körper nicht!“ 

Ich trete um mich und schreie laut. Ob die nebenan mich hören können? Ich fürchte ja! Es ist ja nicht nur mein Körper! Ich – Ich bin zu laut – zu besserwisserisch – zu aufdringlich Ich bin immer diejenige, die ihre Klappe aufreisst. 

„Können wir denn nicht mal still sein?“ „Wer ich?“ „Ja – Ich!“ 

Nein, kann ich nicht – ich schwöre! Ich sitze da und nehme mir vor:     Ich sage nix, nix nix. Und während ich das so denke – rede ich.        Meine Entscheidung hat nicht alle meine Persönlichkeiten erreicht. Denn während ich das zu mir selber sage rede ich… Ganz ehrlich – ich habe das Gefühl ich werde geredet.                                                           Ok, Aufmerksamkeit: Jemand in der Erwachsenengruppe sagt: Mein Körper ist nicht meine Angelegenheit! Mh – Kann ich auch sagen: Mein Reden ist nicht meine Angelegenheit? Mein Denken ist nicht meine Angelegenheit?                                                                                               Ah, das ist super, dann brauche ich ja kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn die Leute an mir vorbeigehen und ich denke, Und denke, Und denke: 

Die müssen echt Probleme haben Wie die laufen, wie die schauen, was die anhaben, wie sie sitzen, wie sie reden Ich denke, denke, denke Ich verdrehe vor mir selbst die Augen. „Könnten wir nicht mal aufhören zu denken? Hatten wir das nicht so abgemacht?“                                       „Ach – so wie wir abgemacht haben, weniger zu reden?                      Also laut, nicht dieser Kindergarten in meinem Kopf.“ „Das war hier aber schon die Schweigewoche, oder?“                                                     „Mann Mann Mann!“ „Wenn schon – Frau!“ Na super, die Feministin in mir ist auch aufgewacht.. Wo war ich? Ach ja – ich liege auf dem Fußboden und heule „Wir alle gegen unseren Körper?“                         „Wir alle? „Ja!“ „Auch nicht fair!“ 

„Katie sagt – liebt eure Gedanken wie Eure Kinder!“  Eine leicht bösartige Stimme in mir verlangt nach Ritalin „Kinder – Konzentration“ Also: Ich liege auf dem Fußboden und heule Ich will diesen Körper nicht! Krank und fett – jeder sieht sofort – die muss echt Problem haben! Hüstel „Wie bitte? – jeder denkt?“ „Ja klar!“ „Da nehmen wir uns aber ganz schön wichtig, oder?“ „Also, wenn wir bei jedem denken der/die muss aber Probleme haben…“ „Ist doch auch so, oder?“                        „Mh – wo ist dann das Problem?“ „???“ „Naja, wenn eh jeder Probleme hat – dann ist es doch ok, wenn wir fett sind – Und jeder sehen kann, dass wir Probleme haben.. – wie jeder halt.“ 

…….. Stille Schweigewoche                                                                           Ich stehe dann mal auf – vom Fussboden, mit meinem dicken Hintern. 

Danke für das Kissen.

Text und Foto: Nicole Schriever

Schreiben

Moin Moin, mein Name ist Nicole und Geschichten bedeuten für mich Zufluchtsort und Heimat.


Worte sind für mich die Möglichkeit kreativ zu sein. Als gelernte Buchhändlerin waren Geschichten lange Jahre mein Leben, mein Einkommen und meine Berufung. Mein Haus quoll über mit Bücher. Geschichten wurden zur Sucht.


Ganz zaghaft versuche ich mich am Schreiben, und von der Süchtigen werde ich immer mehr zur Suchenden – nach den richtigen Worten. 

Nach der richtigen Form mich auszudrücken – kreativ zu sein.


Für mich als Ostfriesin ist die Küste meine Heimat, die Weite des Meeres ebenso wie das gelb der Rapsfelder die bis zum Horizont reichen und das Spiel der Wolken.


Ich arbeite mit geflüchteten Menschen, die mir ihre Geschichten erzählen und denen ich Unterstützung anbieten kann.


Als Coach for the Work of Byron Katie stelle ich, wenn mein Gegenüber es erlaubt, oder wünscht, manchmal die Frage – ist das wahr? Denn ich habe nach langen Jahren des Leidens, in denen ich alles geglaubt habe, was ich dachte, gelernt, meine Geschichten in Frage zu stellen. Durch diesen Weg wurde ich durch neue Erkenntnisse und neue Facetten beschenkt.

 

Ein, zwei Arbeitsblätter

Lieben was ist
Ich habe eine ganze Weile gebraucht
und so ein , zwei Arbeitsblätter geschrieben
bis ich begriffen habe –
was es bedeutet zu lieben was ist.
Ich hatte verstanden, wo das Ziel ist –
so dachte ich.
Aber das Ziel habe ich lange verfehlt,
denn ich wollte lieben was ist
damit es sich dann schnell verbessert.
Die Traurigkeit und die Einsamkeit –
die wollte ich so nicht und habe versucht
mich durch The Work zu verändern – zu verbessern.
Es hat seine Zeit gebraucht
und ein – zwei Arbeitsblätter
bis ich verstanden habe was es wirklich bedeutet:
Zu lieben was ist
Heute umarme ich meine Trauer und meine Einsamkeit,
lade sie ein zu verweilen.
Ich sitze nicht am Rand vom Stuhl,
in der Erwartung, dass sie doch bald wieder gehen.
Gäste – nur für ein Arbeitsblatt – für eine Geschichte
Nein, ich koche eine Kanne Tee
und setze mich gemütlich mit ihnen hin
und höre mir ihre Geschichten an
von Trauer und Einsamkeit
Denn das wirklich Wichtige habe ich verstanden
ich brauche sie nicht zu verjagen,
wie störende Besucher
ich kann sie liebevoll betrachten und umarmen
als Teil meiner inneren Familie.
Ohne Furcht, dass sie mein Leben zerstören –
sondern mit der Gewissheit, dass sie mein Leben bereichern.
Wie reinigend ist es meinen Tränen ihren Lauf zu lassen.
Wie klar das Gefühl – am Ozean der Einsamkeit zu stehen und das All-ein-sein zu spüren.
Wenn wir so gemütlich beisammen sitzen,
kommen plötzlich die Tiefe und das Bedeutsame herein und beobachten bei einer Tasse Tee die Fröhlichkeit wie sie herein springt und sich über die Gesellschaft von Neugier und Abenteuerlust freut.
Ja die Freude ist da und umarmt alle meine Anteile
und zwinkert der Liebe zu
die gemeinsam mit der Gelassenheit am Fenster sitzt
und die Sonne in ihr strahlendes Gesicht scheinen lässt.
Lieben was ist

Selbstbestimmt Essen

Selbstbestimmt Essen

Diese Methode ist für alle, die Probleme damit haben, so zu essen wie es gut für sie ist. 

Dies ist kein Programm zum Abnehmen, sondern ein Methode um mit sich selbst, unserer Art zu Essen und unserem Körper in Frieden zu kommen.

Mit mir selbst im Frieden zu sein, so wie ich jetzt bin.

Und nicht, mich verändern wollen, um liebenswert zu sein.

Mein Denken und meine Reaktionen auf mein Denken zu verändern  und dadurch zu mehr Frieden mit meinem Körper und meinen Bedürfnissen zu gelangen.

Du möchtest abnehmen?

Dann ist Selbstbestimmt Essen eine sinnvolle Begleitung um dich darin zu unterstützen.

Warum essen wir, wenn wir keinen Hunger haben?                               Warum essen wir zu viel oder zu wenig?                                                 Wie schaffen wir es, eine gesunde Haltung zum Essen zu erreichen? 

Meine persönliche Geschichte zum Thema Essen –  

und hier kann jede andere Sucht eingesetzt werden:

„Immer war Essen mein Halt in dieser Welt, wo ich keinen Halt gefunden habe. Mein Trost, wo ich keinen Trost bekommen habe.“.

Aber heute möchte ich mehr: Selbstbestimmt Essen

Wenn die Tage heute zu stressig sind, ich traurig oder verletzt bin, dann esse ich auch heute noch, hin und wieder. Aber ich beobachte mich nicht mehr mit Hass.

Ich kann sehen, dass es Momente gibt, in denen ich den Trost in einer Tüte Chips zu stecken scheint. Doch ich habe erkannt, das was ich wirklich suche steckt nicht in einer Tüte Chips.

Ich finde es im: Selbstbestimmt Lebe 

THE WORK

Gedanken sind unsere ständigen Begleiter. 

Die unangenehmen Gedanken können wir mit The Work überprüfen auf ihren Wahrheitsgehalt. Die gewonnen Einsichten lassen uns erleben, wie Stress und unangehneme Gefühle abnehmen oder sich gar auflösen. Nach einer Einführung in The Work kann jeder die Methode, die Byron Katie entwickelte, selbstständig anwenden.